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Weiterbildung Sachbearbeiter Sozialversicherung Schweiz Guide 2026

Marcus Altenburg, Counsel
10 Februar, 2026
Die Schweizer Sozialversicherungslandschaft entwickelt sich rasant. Mit der Einführung der 13. AHV-Rente ab 2026 und einem Gesamtvolumen von CHF 349,96 Milliarden (2023) steigt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Dieser Guide zeigt Ihnen, wie Sie durch gezielte Weiterbildung vom Sachbearbeiter zum anerkannten Sozialversicherungsfachmann mit eidgenössischem Fachausweis aufsteigen – mit konkreten Zahlen, Anbietern und Karriereperspektiven für 2026.
KARRIERE-UPDATE 2026

Vom Sachbearbeiter zum Experten: Der Guide zum eidg. Fachausweis

Mit der Einführung der 13. AHV-Rente steigt der Bedarf an Fachkräften. Nutzen Sie die Bundesbeiträge für Ihren Karrieresprung.

Gehaltssprung (Median)
+23 %
auf CHF 95'000 / Jahr
Bundesfinanzierung
50 %
Rückerstattung der Kurskosten
Prüfungstermine
2026
Juli & Oktober

Warum eine Weiterbildung im Sozialversicherungswesen entscheidend für Ihre Karriere ist

Das Schweizer Sozialversicherungssystem verwaltet jährlich über CHF 337 Milliarden an Leistungen. 2023 lagen die Gesamteinnahmen bei CHF 349,96 Mrd., die Ausgaben bei CHF 337,02 Mrd. — BSV, Pocket Statistics 2025. Die Komplexität steigt kontinuierlich. Die 13. AHV-Rente wurde am 22.09.2024 angenommen und gilt ab 2026 (Asinta/WHP, 2024). Sie erfordert neue Berechnungsmodelle. Die Digitalisierung verändert Prozesse grundlegend. Der demografische Wandel erhöht den Beratungsbedarf – auf 100 Beitragszahler entfallen 43 Rentner — BSV, Pocket Statistics 2025.

Eine Weiterbildung zum Sozialversicherungsfachmann schützt Sie vor Automatisierung. Einfache Sachbearbeitung wird zunehmend digitalisiert. Komplexe Beratung, Fallanalysen und regulatorische Compliance bleiben menschliche Domänen. Fachleute mit eidgenössischem Fachausweis übernehmen Verantwortung in HR-Abteilungen, Ausgleichskassen und Behörden. Diese Positionen erfordern Expertise in allen Versicherungszweigen (AHV/IV/BVG/ALV/KVG).

Konkrete Vorteile

  • Höheres Gehalt: Median steigt von CHF 77'250 (Sachbearbeiter) auf CHF 95'000 (Fachmann/Fachfrau) – eine Steigerung von 23 % (Jobs.ch, 2024–2026).
  • Karrieresprung: Zugang zu Positionen wie Teamleiter Sozialversicherungen, Compliance Officer oder Spezialist in Ausgleichskassen.
  • Jobsicherheit: 98 Prozent der Personen ab 64/65 Jahren beziehen eine AHV-Rente — BSV, Pocket Statistics 2025. Die Branche ist krisensicher.
  • Expertenstatus: Eidgenössischer Fachausweis ist schweizweit anerkannt. Er öffnet Türen zu Beratungs- und Führungsrollen.

Ihre Vorteile auf einen Blick

1
Höheres Gehalt

Steigerung des Medianlohns von CHF 77'250 auf CHF 95'000 (+23 %).

2
Karrieresprung

Qualifikation für Teamleitung, Compliance Officer oder Spezialistenrollen.

3
Jobsicherheit

Krisensichere Branche: Das Sozialversicherungssystem wächst obligatorisch mit der Bevölkerung.

4
Expertenstatus

Eidg. Fachausweis ist schweizweit anerkanntes Gütesiegel für Kompetenz.

Der Weg zum/zur Sozialversicherungsfachmann/-frau mit eidg. Fachausweis

Der eidgenössische Fachausweis ist ein bundesweit anerkanntes Diplom der höheren Berufsbildung. Er bestätigt vertiefte Kenntnisse in sechs Prüfungsfächern: 1. Säule (AHV/IV), 2./3. Säule (BVG), ALV/KVG, grenzüberschreitende Abkommen und Lohnadministration. Absolventen übernehmen eigenverantwortliche Rollen in Beratung, Antragsprüfung und Kommunikation mit Versicherten, Arbeitgebern und Behörden.

Zielgruppe und Voraussetzungen für die Weiterbildung

Wer kann teilnehmen?

Die Berufsprüfung steht Personen offen, die praktische Erfahrung im Sozialversicherungsbereich mitbringen. Die Zulassung erfordert:

  • Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) einer mindestens 3-jährigen Grundbildung oder Maturitätszeugnis plus mindestens 3 Jahre Berufspraxis im Sozialversicherungsbereich nach Ausbildungsabschluss.
  • Eidgenössisches Berufsattest (EBA) einer mindestens 2-jährigen Grundbildung plus mindestens 5 Jahre Berufspraxis im Sozialversicherungsbereich.

Die Praxis muss bis zum Prüfungsbeginn (Juli/Oktober 2026) nachgewiesen werden. Lehrzeit zählt nicht zur Berufspraxis. Ausländische Abschlüsse prüft das SBFI auf Gleichwertigkeit.

Bin ich zur Prüfung zugelassen?

Erfüllen Sie einen der beiden Pfade bis zum Prüfungsbeginn 2026?

PFAD A: EFZ / MATURA
Abschluss: Fähigkeitszeugnis (3 Jahre) oder Maturität
+
3 Jahre Praxis: Im Sozialversicherungsbereich nach Abschluss
PFAD B: EBA
Abschluss: Berufsattest (EBA, mind. 2 Jahre)
+
5 Jahre Praxis: Im Sozialversicherungsbereich nach Abschluss
Stichtag für Berufspraxis: Prüfungsbeginn (Juli/Oktober 2026). Lehrzeit zählt nicht als Praxis.

Inhalte, Dauer und Kosten des Lehrgangs

Was lernen Sie?
Die Weiterbildung vermittelt vertiefte Kenntnisse in allen Sozialversicherungszweigen. Typische Module:

1. 1. Säule: AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung), IV (Invalidenversicherung), EL (Ergänzungsleistungen), EO (Erwerbsersatzordnung)
2. 2. Säule: BVG (Berufliche Vorsorge/Pensionskasse)
3. 3. Säule: Säule 3a (gebundene Vorsorge), Säule 3b (freie Vorsorge)
4. Weitere Versicherungen: ALV (Arbeitslosenversicherung), KVG (Krankenversicherung), UVG (Unfallversicherung), Familienzulagen
5. Recht und Koordination: Sozialversicherungsrecht, grenzüberschreitende Abkommen (EU/EFTA)
6. Lohnadministration: Beitragsberechnung, Lohnabzüge, Meldepflichten

Die Lehrgänge kombinieren Theorie mit Fallanalysen aus der Praxis. Sie lernen, komplexe Versicherungsfälle zu bearbeiten. Sie berechnen Leistungen korrekt. Sie begründen Entscheidungen rechtlich fundiert.

Dauer und Formate
  • Standard: 3 Semester (ca. 13–22 Monate, je nach Anbieter)
  • Formate: Berufsbegleitend (Abendklasse, Samstag), Tagesklasse (Vollzeit), Online/Hybrid (Blended Learning mit 20 – 100 % Präsenz)
  • Lektionen: ca. 382 – 450 Lektionen (inkl. Selbststudium)

Kosten und Finanzierung
Die Gesamtkosten variieren je nach Anbieter. Typischer Bereich: CHF 8'000–15'000 für den Lehrgang, plus CHF 1'800 – 2'500 für die eidgenössische Prüfung.

Bundesbeiträge (Subventionen):
Seit 2018 übernimmt der Bund bis zu 50 % der Kurskosten für Vorbereitungskurse auf eidgenössische Prüfungen. Voraussetzung: Sie absolvieren die Prüfung (unabhängig vom Resultat). Die Rückerstattung erfolgt nach Prüfungsantritt. Antrag über das Portal des SBFI.

Beispielrechnung:
Lehrgang CHF 12'000 + Prüfung CHF 2'000 = CHF 14'000 Gesamtkosten
Bundesbeitrag: 50 % von CHF 12'000 = CHF 6'000
Effektive Kosten: CHF 8'000

Investitions-Rechner: So viel sparen Sie

Lehrgangskosten (Durchschnitt) CHF 12'000
Eidg. Prüfung (SVS) + CHF 2'000
Zwischensumme brutto CHF 14'000
Bundesbeitrag (SBFI) 50 % der Kurskosten zurückerstattet
– CHF 6'000
Ihre effektive Investition CHF 8'000
Antrag: Nach Prüfungsantritt via SBFI-Portal

Die eidgenössische Prüfung – Ablauf und Anforderungen

Die Berufsprüfung wird vom Schweizerischen Verband der Sozialversicherungs-Fachleute (SVS) organisiert. Sie findet jährlich in Bern, Luzern und Zürich statt.

Prüfungsstruktur 2026
Die Prüfung gliedert sich in zwei Abschnitte mit insgesamt 12 schriftlichen und 2 mündlichen Teilen:

Abschnitt 1 (AHV, IV, UV):
  • Schriftlich: Wissensfragen (60 Min. Grundlagen), offene Fragen zur Anwendung
  • Mündlich: 20 Min. Prüfungsgespräch (Anwendung/Reflexion)
  • Dauer: 1,5 Tage schriftlich + 0,5 Tage mündlich

Abschnitt 2 (Recht/Koordination):
  • Schriftlich: Wissensfragen (40 Min.), Fallbeispiele
  • Dauer: 1 Tag

Beide Abschnitte müssen in einer Session absolviert werden. Die Prüfung findet Anfang Juli (Teil 1 schriftlich) und Oktober (Teil 2 schriftlich + mündlich KW 42) statt.

Erfolgsquoten:
Der Schweizer Durchschnitt liegt bei 64 % Bestehensquote (2025). Spezialisierte Anbieter wie eFachausweis erreichen 82 % Erfolgsquote – deutlich über dem Schnitt. Eine gründliche Vorbereitung mit Fallanalysen und Prüfungssimulationen ist entscheidend.

Erfolgschancen analysiert

Eine gezielte Vorbereitung macht den Unterschied. (Basis: Daten 2025)

Schweizer Durchschnitt
64%

Bestehensquote alle Kandidaten

Top-Anbieter (z. B. eFachausweis)
82%

Durchschnitt spezialisierter Schulen

"Die eidgenössische Prüfung testet nicht nur auswendig gelerntes Wissen, sondern vor allem die Fähigkeit, komplexe Fälle aus der Praxis zu lösen. Kandidaten müssen Versicherungszweige verknüpfen und rechtlich korrekte Entscheidungen treffen können. Wer sich systematisch vorbereitet und Fallbeispiele trainiert, hat sehr gute Chancen."Monika Bieri, Sozialversicherungsfachfrau mit eidg. Fachausweis, Dozentin FHNW

Anbieter für die Weiterbildung zum Sachbearbeiter Sozialversicherung im Vergleich (2026)

Die Wahl des Anbieters beeinflusst Ihren Lernerfolg. Hier ein Überblick über etablierte Schulen mit Startdaten 2026:
Hinweis: Daten erhoben Januar 2026 von offiziellen Anbieter-Webseiten. Kosten sind Schätzungen vor Bundesbeiträgen. Genaue Konditionen direkt beim Anbieter erfragen.

Auswahlkriterien
  • Format: Bevorzugen Sie Präsenz, Hybrid oder vollständig online?
  • Standort: Wie weit ist der Anbieter von Ihrem Wohnort entfernt?
  • Erfolgsquote: Anbieter mit >70 % Bestehensquote bieten bessere Prüfungsvorbereitung.
  • Flexibilität: Können Sie Abendkurse oder Samstage wahrnehmen?
  • Kosten: Vergleichen Sie Gesamtkosten nach Bundesbeiträgen.

Karriere und Gehaltsaussichten nach der Weiterbildung

Die Investition in den eidgenössischen Fachausweis zahlt sich finanziell aus. Laut Jobs.ch (2024 – 2026) verdienen Sachbearbeiter Sozialversicherung median CHF 77'250/Jahr. Nach Abschluss steigt das Gehalt auf CHF 95'000/Jahr (Sozialversicherungsfachmann/-frau). Das entspricht einer Steigerung von 23%.

Typische Karrierepfade

1. Teamleiter Sozialversicherungen: Führung eines Teams in Ausgleichskassen, Pensionskassen oder HR-Abteilungen. Gehalt: CHF 100'000 – 120'000/Jahr.
2. Compliance Officer Sozialversicherungen: Überwachung der Einhaltung von AHV/IV/BVG-Vorschriften in Unternehmen. Gehalt: CHF 95'000 – 110'000/Jahr.
3. Spezialist in Ausgleichskassen: Bearbeitung komplexer Fälle, Beratung von Arbeitgebern. Gehalt: CHF 90'000 – 105'000/Jahr.
4. Selbstständige Beratung: Treuhandbüros oder Sozialversicherungsberatung. Einkommen variabel, oft CHF 120'000+/Jahr.

Gehaltsentwicklung 2026 (Median)

Sachbearbeiter (ohne FA) CHF 77'250
Sozialversicherungsfachmann (mit eidg. FA) CHF 95'000
+23 %
Teamleiter / Experte CHF 110'000+
Quelle: Jobs.ch Lohnanalyse 2024–2026, Basierend auf Bruttojahresgehalt inkl. 13. Monatslohn.
Quelle: Jobs.ch Lohnanalyse 2024 – 2026, Bundesamt für Statistik (BFS) Lohnstrukturerhebung 2024

Arbeitsmarkt 2026

Die Schweizer Sozialversicherung beschäftigt tausende Fachkräfte. Die 13. AHV-Rente bringt ab 2026 eine zusätzliche Monatszahlung für alle Rentner (Asinta/WHP, 2024). Ausgleichskassen, Pensionskassen und Behörden suchen qualifiziertes Personal. Die Branche ist krisensicher: 98 Prozent der Personen ab 64/65 Jahren beziehen eine AHV-Rente — BSV, Pocket Statistics 2025. Das System ist obligatorisch und wächst mit der Bevölkerung.

Grundlagen – das Schweizer Sozialversicherungssystem im Überblick

Um als Fachmann/-frau erfolgreich zu sein, müssen Sie das System verstehen. Hier die Basis:

Was ist die Sozialversicherung in der Schweiz? Ein umfassender Überblick

Das Schweizer Sozialversicherungssystem besteht aus zehn Versicherungszweigen. Sie ersetzen oder bessern Einkommen bei sozialen Risiken auf. Die Sozialversicherungen umfassen zehn Zweige; 2023 Einnahmen CHF 349,96 Mrd., Ausgaben CHF 337,02 Mrd. — BSV, Pocket Statistics 2025. Das System basiert auf drei Prinzipien:

  1. Solidarität: Die Bevölkerung zahlt, Bedürftige erhalten Leistungen.
  2. Obligatorik: Die meisten Versicherungen sind Pflicht (AHV, IV, BVG, KVG).
  3. Paritätische Finanzierung: Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich die Beiträge.

2023 entfielen 52,9 Prozent aller Leistungen auf das Altersrisiko — BSV, Pocket Statistics 2025. 2024 betrugen die Verwaltungskosten CHF 227 Mio., rund 0,07 Prozent der Ausgaben — BSV, Pocket Statistics 2025.

Die zehn Zweige: AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung), IV (Invalidenversicherung), EL (Ergänzungsleistungen), BVG (Berufliche Vorsorge), ALV (Arbeitslosenversicherung), KVG (Krankenversicherung), UVG (Unfallversicherung), EO (Erwerbsersatzordnung), Familienzulagen, Mutterschafts-/Vaterschaftsentschädigung.

Das Dreisäulensystem der Schweiz – die Basis der Altersvorsorge

Die Altersvorsorge ruht auf drei Säulen:

Das Schweizer 3-Säulen-System

1. SÄULE
Staatliche Vorsorge
Existenzsicherung
• AHV / IV
• Ergänzungsleistungen
Obligatorisch
Umlageverfahren
2. SÄULE
Berufliche Vorsorge
Lebensstandard
• BVG (Pensionskasse)
• UVG (Unfall)
Obligatorisch (ab Limit)
Kapitaldeckung
3. SÄULE
Private Vorsorge
Zusatzbedarf
• Säule 3a (gebunden)
• Säule 3b (frei)
Freiwillig
Steuervorteile (3a)

Die Zweige der Sozialversicherung im Detail

1. Säule – staatliche Vorsorge (AHV, IV, EL, EO)

AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung):
Obligatorisch für alle ab 1. Januar nach dem 17. Geburtstag (Erwerbstätige) bzw. 20. Geburtstag (Nichterwerbstätige). Beiträge: 10,6 % vom Lohn (je 5,3 % Arbeitnehmer/Arbeitgeber), kein Einkommensmaximum. Ziel: Existenzsicherung im Alter und bei Tod des Ernährers. Die 13. AHV-Rente bringt ab 2026 eine zusätzliche Monatszahlung für alle Rentner (Asinta/WHP, 2024). Bis 2033 erwartet der Bundesrat wegen der 13. Rente jährlich CHF 7 Mrd. Defizit; alternativ +8,33 % monatlich (Asinta/WHP, 2024).

IV (Invalidenversicherung):
Zahlt Leistungen bei dauerhafter Erwerbsunfähigkeit. 2024 gab die IV CHF 9,216 Mrd. aus; davon CHF 906 Mio. für Reintegrationsmassnahmen — BSV, Pocket Statistics 2025. Beitrag: 1,4 % (in 10,6 % AHV/IV/EO enthalten).

EL (Ergänzungsleistungen):
Aufstockung bei unzureichender AHV/IV-Rente. 2024: CHF 1,603 Mrd. Mindestsicherung und CHF 1,399 Mrd. Heimpflege — BSV, Pocket Statistics 2025.

EO (Erwerbsersatzordnung):
Kompensiert Einkommensverlust bei Militär-/Zivildienst, Mutterschaft (16 Wochen), Vaterschaft (2 Wochen). Beitrag: 0,5 %.

2. Säule – berufliche Vorsorge (BVG / Pensionskasse)


Obligatorisch für Arbeitnehmer mit Jahreslohn ab CHF 22'680 (2026). Ziel: 60 – 70 % des letzten Gehalts im Alter sichern. Finanzierung: Kapitaldeckung (Beiträge werden angelegt). Arbeitgeber zahlt mindestens 50 % der Beiträge, plus 0,125 % für Sicherheitsfonds. Detaillierte Informationen zur beruflichen Vorsorge und Pensionskassenregelung finden Sie in unserem umfassenden BVG-Guide. 2023 erzielten Pensionskassen CHF 211 Mrd. Einnahmen und CHF 187 Mrd. Ausgaben; 29,3 % der Ausgaben — BSV, Pocket Statistics 2025.

3. Säule – private Vorsorge (Säule 3a und 3b)

Säule 3a (gebundene Vorsorge):
Steuerabzug bis CHF 7'258/Jahr (2026) für Personen mit Pensionskasse. Kapital blockiert bis Pensionierung (Ausnahmen: Wohneigentum, Selbstständigkeit, Auswanderung). Auszahlung zu reduziertem Steuersatz.

Säule 3b (freie Vorsorge):
Keine Einzahlungsobergrenze, jederzeit verfügbar. Steuerfreie Auszahlung bei 5 Jahren Laufzeit und ab 60 Jahren. Kein Bundesabzug (ausser Freiburg/Genf).

Weitere wichtige Versicherungen (ALV, KV, UV, FZ)

ALV (Arbeitslosenversicherung):
Beitrag: 2,2 % (je 1,1 % Arbeitnehmer/Arbeitgeber) bis CHF 148'200 Jahreslohn. Maximal versichertes Jahreseinkommen 2024: CHF 148'200 — BSV, Pocket Statistics 2025. Leistung: 70 – 80 % des Lohns bei Arbeitslosigkeit.

KVG (Krankenversicherung):
Obligatorisch für alle Schweizer Residenten (Art. 3 Abs. 1 KVG). Anmeldung innerhalb 3 Monaten nach Wohnsitznahme. Die Krankenversicherung ist nach PP und AVS der drittgrösste Versicherungszweig — BSV, Pocket Statistics 2025. Für 2026 steigen die Krankenkassenprämien (Swiss Life, 2026). Arbeitnehmer zahlt vollständig selbst.

UVG (Unfallversicherung):
Obligatorisch für Arbeitnehmer. Beitrag: ca. 1,0 – 2,5 % vom Lohn (Arbeitnehmer zahlt Nichtberufsunfall-Anteil).

Familienzulagen:
Universelle Kinderabzüge, kantonal geregelt. Finanzierung durch Arbeitgeber.

Sozialversicherungsbeiträge – wer zahlt wie viel?

Hinweis: Die Informationen zu Beitragssätzen und Schwellenwerten dienen der allgemeinen Orientierung. Sie ersetzen keine individuelle Beratung durch einen Sozialversicherungsspezialisten oder Steuerberater.

Die Beiträge werden paritätisch (Arbeitnehmer/Arbeitgeber je 50 %) oder vom Arbeitgeber allein getragen. Der Arbeitgeber zieht die Arbeitnehmerbeiträge vom Bruttolohn ab. Er überweist beide Anteile an die Ausgleichskassen.

Beitragssätze 2026 (unverändert vs. 2025)
Ausgangslohn: CHF 6'000 Brutto

Abzüge:
  • AHV/IV/EO (5,3 %): –CHF 318
  • ALV (1,1 %): –CHF 66
  • BVG (ca. 5 %): –CHF 300
  • UVG NBU (ca. 1,5 %): –CHF 90
Nettolohn: CHF 5'226

Hinweis: BVG- und UVG-Sätze variieren je nach Pensionskasse und Arbeitgeber. Krankenversicherung (CHF 300–500/Monat) zahlt Arbeitnehmer separat.

Minimalbeiträge:
Nichterwerbstätige zahlen mindestens CHF 530/Jahr (AHV CHF 435, IV CHF 70, EO CHF 25). Selbstständige melden sich ab CHF 2'500 Nettogewinn bei der AHV-Stelle an.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sachbearbeiter Sozialversicherung führen operative Aufgaben aus: Beratung von Mitarbeitenden, Prüfung von Versicherungsfällen, Berechnung von Lohnfortzahlungen, Erstellung von Abrechnungen. Sie arbeiten in Versicherungen, HR-Abteilungen oder sozialen Diensten.

Sozialversicherungsfachmann/-frau mit eidg. Fachausweis besitzen zertifiziertes Fachwissen in allen Versicherungszweigen (AHV/IV/BVG/ALV/KVG). Sie übernehmen eigenverantwortliche Rollen: komplexe Fallbearbeitung, rechtlich korrekte Kommunikation, Beratung von Arbeitgebern und Behörden. Voraussetzung: ≥2 Jahre Berufserfahrung und bestandene Berufsprüfung.

Gehaltsunterschied: Sachbearbeiter median CHF 77'250/Jahr, Fachmann/-frau CHF 95'000/Jahr (+23 %).

Fazit: Lohnt sich der Fachausweis 2026?

Kurze Amortisation

Dank Gehaltssprung (+ CHF 17'750/Jahr) und Bundesbeiträgen rechnet sich die Investition oft in unter 6 Monaten.

Sichere Zukunft

Die 13. AHV-Rente und der demografische Wandel garantieren eine hohe Nachfrage nach Fachkräften.

Nächste Starts: ab Februar 2026. Prüfen Sie jetzt Ihre Zulassung.

Die Weiterbildung zum Sozialversicherungsfachmann mit eidgenössischem Fachausweis ist eine lohnende Investition. Sie sichert Ihnen ein höheres Gehalt (+23%), Zugang zu Führungspositionen und Jobsicherheit in einer krisenfesten Branche. Mit Bundesbeiträgen (50% Rückerstattung) sinken die effektiven Kosten auf CHF 5'800 – 10'000. Die Prüfung ist anspruchsvoll, aber mit systematischer Vorbereitung erreichbar (64 – 82 % Erfolgsquote). Starten Sie 2026 – die nächsten Lehrgänge beginnen ab Februar.

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Haftungsausschluss: Die Informationen auf dieser Website sind nicht als Rechtsberatung gedacht und begründen kein Mandatsverhältnis. Die hier zur Verfügung gestellten Informationen, Dokumente oder Formulare sind nur für allgemeine Informationszwecke bestimmt und dürfen nicht als Rechtsberatung angesehen werden. Die Gesetze ändern sich regelmässig; daher sind die Informationen auf dieser Website möglicherweise nicht korrekt. Es ist unbedingt erforderlich, dass Sie einen Rechtsbeistand aufsuchen, um Ihre Rechte und Pflichten nach geltendem Recht und unter Berücksichtigung Ihrer spezifischen Umstände zu ermitteln.
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